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BURGEN
Die
Burgruine Greifenstein oberhalb von Siebeneich liegt an
einem alten Weg, der vom Etschtal hinauf zum Tschögglberg und weiter
ins Sarntal führt. Die Burg wurde vermutlich in den frühen 50er
Jahren des 12. Jahrhunderts von den Grafen von Morit erbaut. Nach dem
Aussterben den Moriter 1177 wurde die Burg zum ausgedehnten Besitz der
Grafen von Eppan geschlagen. 1276 / 77 wird Greifenstein von Graf Meinhard
II. zerstört. Erst etwa 100 Jahre später wird die Burg wieder
aufgebaut und Sitz einer Familie, die sich nach der Burg nennt. Nachdem
Friedrich von Greifenstein 1386 in der Schlacht von Sempach gefallen war,
kam die Burg in Besitz der Herren von Starkenberg.
Unter
den Burgen am Eingang des Sarntals ist Rafenstein besonders hervor zu
heben. Auf einem felsigen Rücken über der Talferschlucht gelegen
ist sie weithin sichtbar. An ihr führte eine alte Wegverbindung vorbei,
die vom Etschtal über Siebeneich Greifenstein nach Glaning
und Jenesien führte, um dann an Rafenstein vorbei Afing und das untere
Sarntal zu erschließen.
Schloss
Runkelstein bei Bozen wurde ab 1237 von den Herren von Wangen errichtet.
Die Burg ist für das Spätmittelalter bedeutend, weil sich in
dieser Burg der größte profane Freskenzyklus des Mittelalters
befindet. Diese Fresken sind bedeutende Quellen zur spätmittelalterlichen
Bekleidungsgeschichte und Adelskultur. Sie wurden im Auftrag der Vintler,
seit 1385 Besitzer der Burg, ausgeführt. Neben Szenen der Jagd und
Fischerei finden sich auch die Darstellungen von Spielen und Turnieren.
Höfische Literatur, darunter auch Tristan und Isolde, hat sich als
Freskomalerei, insbesondere im ab 1390 errichteten Sommerhaus, erhalten.
Die
weithin sichtbare Burg Hocheppan, oberhalb der Ortschaft Missian gelegen,
verfügt als besonderes architektonisches Merkmal über einen
fünfeckigen Bergfried. Die Gründungszeit der Burg ist unbekannt.
Von der ersten Anlage des (frühen?) 12. Jahrhunderts blieben nur
wenige Spuren, die anlässlich archäologischer Grabungen teilweise
freigelegt wurden. Der beherrschende Bergfried stammt aus einer zweiten
Bauphase zu Beginn des 13. Jahrhunderts.
Die
Ruine der Burg Casatsch liegt oberhalb von Nals in der Gemeinde
Tisens. Sie wurde Ende des 12. Jahrhundert errichtet und befand
sich in Spätmittelalter im Besitz der Familie Botsch. Die
kleine Anlage besteht fast nur aus einer Bauphase und ist ein
seltenes Besispiel eines romanischen Sitzes von Dienstmannen.
Unter der Familie Botsch wurde die Anlage offensichtlich kaum
umgebaut.
Die meist Schloss Boymont genannte Ruine einer romanischen Burganlage liegt auf einem Felsrücken über der Ortschaft Missian in der Gemeinde Eppan. Der Burghügel war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Dies belegen Funde aus der Eisenzeit unter anderem eine Fibel aus Bronze. Die Erbauungszeit der Burg liegt zwischen 1220 und 1230. Die zwei Jahrzehnte von 1220 bis 1240 können als die Blütezeit des Tiroler Burgenbaues angesehen werden. Eine große Anzahl von Bauwerken, darunter die Haselburg und Schloss Runkelstein sind damals entstanden. Boymont wurde wohl in einem Zug in fast rechteckiger Form erbaut. Die Baulinien sind für eine hochmittelalterliche Anlage ungewöhnlich klar und durchkonzipiert. Boymont ist zwar einigermaßen wehrhaft angelegt, diente aber vor allem dem angenehmen Wohnen und weniger der militärischen Kontrolle der Gegend, wie die benachbarte Burg Hocheppan. Der Baubestand der noch sehr umfangreichen Ruine ist bedeutsam für die Burgenkunde, weil sich hier eine große romanische Wohnburg fast ohne spätere Um- und Zubauten erhalten hat. Der mehrgeschossige Palas befindet sich in der südöstlichen Ecke und zeigt schöne Triforien, die in die Ringmauer gebrochen sind. Der Haupturm liegt im Nordosten. Er zeigt eine merkwürdige, sehr große nach Osten gerichtete Rundbogenöffnung, wie sie auch bei der Burgruine Neuhaus und Burg Payrsberg vorhanden ist. Ein weiterer kleinerer Turm liegt im Nordwesten. Die Burgkapelle liegt im ersten Stock über dem Eingang. Die noch erhaltene Apsis ist nach Osten ausgerichtet. Die Lage der Burgkapelle lässt sich mit jener von Schloss Bruck bei Lienz in Osttirol vergleichen. Erbauer waren vermutlich Angehörige eines Seitenzweiges der Grafen
von Eppan. Zwischen 1239 und 1245 erscheint in den Quellen mehrfach ein
Heinrich von Boymont, Vasall des Grafen Ulrich von Eppan-Ulten. Die späteren
Herren von Boymont spielten insbesondere im 14. Jahrhundert eine wichtige
Rolle. Um 1400 befand sich die Burg in den Händen des Ulrich Kässler,
der 1413 die reiche Erbtochter Barbara von Boymont geheiratet hatte. Dieser
bürgerliche Aufsteiger war ein Günstling des Tiroler Landesfürsten
Herzogs Friedrich mit der leeren Tasche (1382-1439). 1425 brannte die
Burg, wahrscheinlich aufgrund von Brandstiftung, ab.
Text folgt ...
Die kleine, aber gut erhaltene Burg im Warttal bei St. Pauls in Eppan wurde im 13. Jahrhundert errichtet und von den Herren von Wart bewohnt. Sie liegt auf einem von Natur aus wenig geschützen, von Weinbergen bestandenen Hügel. Peter der Warter verkaufte die Burg 1390 zusammen mit dazu gehörenden Grundstücken an Hans von Goldegg, der dann die Burg weiterhin besaß. Die Anlage besteht aus einem Hauptturm, einem Palas und einer Ringmauer. Besonders interessant ist der Bergfreid mit einem ausgemalten spätgotischen Turmzimmer. Im Gegensatz zu der nahegelegenen Altenburg, die bereits im 17. Jahrhundert zur Ruine wurde, hat sich Schloss Wart praktisch unverändert erhalten.
Die Burg Säben oberhalb von Klausen war im frühen Mittelalter ein bedeutender Bischofssitz, der für die Christianisierung unseres Landes entscheidend war. Als der Sitz des Bischofs aber im 10. Jahrhundert von Säben in das neu gegründete Brixen verlegt wurde, wurde Säben zum Sitz eines bischöflichen Hauptmannes. Jahrhundertelang bildete Säben nun mit Klausen und dem Thinnetal die Grenze zwischen dem geistlichen Fürstentum Brixen und der Grafschaft Tirol. Die Hauptmannschaft über Säben und das damit verbundene Gericht Verdings wurde von den Bischöfen an verschiedene lokale Adelsfamilien vergeben. Bischof Johann von Brixen verpfändet 1388 an Joachim von Villanders die Burg Säben mit samt dem Gericht Verdings. Somit geht die Verwaltung des Gerichtes Verdings auf die Hauptleute von Säben über. Säben wurde als Gerichtssitz und fallweise auch als bischöflicher Kerker verwendet. Die ausgedehnte Anlage blieb bis ins 16. Jahrhundert für das Bistum von großer Bedeutung. Da sich die Erhaltung der alten bischöflichen Burg Säben in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts kaum mehr bewerkstelligen ließ, betrieb der Klausner Pfarrer Matthias von Jenner die Gründung einer Klostergemeinschaft. So zogen 1685 aus Salzburg kommende Benediktinerinnen auf dem „Heiligen Berg“ ein. Beim Ausbau des Klosters wurden die älteren Bauteile in den neuen Komplex einbezogen und damit ein gewachsenes Ganzes geschaffen.
Nordwestlich
der Stadt Bozen befindet sich die Burgruine Neuhaus, die im Volksmund
auch Maultasch genannt wird. Die Burg war von den Grafen von Tirol an
jener Stelle errichtet worden, wo der Weg von der Grafschaft Bozen in
die Grafschaft Tirol führte. Unterhalb der Burg musste dieser Weg hart
an den Felsen heran und wurde zusätzlich durch eine eigene Zollstation
abgesichert. Die ausgedehnte Burganlage auf der Höhe trug von Anbeginn
an den Namen Neuhaus. Wo das entsprechende „Alte Haus“ dazu lag ist unbekannt,
möglicherweise aber auf die Ruinen der Burg Helfenberg zu beziehen, die
nach dem Baubefund in der ersten Hälfte bis Mitte des 12. Jh. entstanden
ist. Neuhaus wurde gegen Ende des 12. oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts
errichtet.
Caldiff
liegt auf einer von der Natur nur wenig geschützten vorspringenden
Terrasse und war deshalb nur schwer zu verteidigen. Die im Kern romanische
Burganlage bildete gemeinsam mit der Burg Enn bei Montan den Verwaltungsmittelpunkt
des alten Gerichts Enn-Caldiff, das schon früh unter die Kontrolle
des Tiroler Landesfürsten geraten war. |