BURGEN



Ruine Greifenstein» Ruine Greifenstein oberhalb Terlan

Die Burgruine Greifenstein – oberhalb von Siebeneich – liegt an einem alten Weg, der vom Etschtal hinauf zum Tschögglberg und weiter ins Sarntal führt. Die Burg wurde vermutlich in den frühen 50er Jahren des 12. Jahrhunderts von den Grafen von Morit erbaut. Nach dem Aussterben den Moriter 1177 wurde die Burg zum ausgedehnten Besitz der Grafen von Eppan geschlagen. 1276 / 77 wird Greifenstein von Graf Meinhard II. zerstört. Erst etwa 100 Jahre später wird die Burg wieder aufgebaut und Sitz einer Familie, die sich nach der Burg nennt. Nachdem Friedrich von Greifenstein 1386 in der Schlacht von Sempach gefallen war, kam die Burg in Besitz der Herren von Starkenberg.
Unter den Starkenbergern, die sich an die Spitze der Adelsrevolte gegen Herzog Friedrich mit der leeren Tasche (1406-1439) stellen, muss die Burg von 1423 bis 1426 einer harten Belagerung trotzen, die sich mit Unterbrechungen über drei Jahre hinzieht. 1426 gelangt die Burg in landesfürstlichen Besitz und wird umgebaut.
Gegen 1600 wird die Burganlage aufgelassen.
In der Bevölkerung ist das „Sauschloss“ vor allem wegen der Sage bekannt, nach der die verzweifelten und dem Hungertod nahen Belagerten ihre letzte gebratene Sau über die Burgmauer ins Lager der Angreifer geworfen hätten. Diese seien dann, von der Aussichtslosigkeit der Belagerung überzeugt, abgezogen.

 

Ruine Rafenstein» Ruine Rafenstein bei Bozen

Unter den Burgen am Eingang des Sarntals ist Rafenstein besonders hervor zu heben. Auf einem felsigen Rücken über der Talferschlucht gelegen ist sie weithin sichtbar. An ihr führte eine alte Wegverbindung vorbei, die vom Etschtal über Siebeneich – Greifenstein nach Glaning und Jenesien führte, um dann an Rafenstein vorbei Afing und das untere Sarntal zu erschließen.
Die Burg Rafenstein ist eine Gründung des Trientner Bischofs Friedrich von Wangen (1207-1218), um seine Herrschaft im Raum Bozen und insbesondere die Kontrolle über die wichtigsten Wegverbindungen besonders abzusichern. Die Bischöfe vergaben diese Burg dann lange Zeit hindurch in die Hände verschiedener Familien.
Diese erste Burganlage hat sich im wesentlichen erhalten. Sie bestand aus dem relativ schlanken und niedrigen Bergfried, einer im Grundriss polygonalen Ringmauer und einem Palasbau. Diese Bauteile bilden heute zusammen die Hochburg.
Rafenstein wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten mehrfach erweitert und ausgebaut. Die bedeutendste dieser Bauphasen datiert ins 16. Jahrhundert, als die mittelalterliche Burg im Stile der Spätgotik umgestaltet wurde.
Seit 1357 war Ravenstein Sitz des Franz von Ravenstein, der zeitweise als Vikar des Landrichters von Gries fungierte. 1380 erhielt er von Herzog Leopold III. von Österreich eine Bestätigung des Besitzes von Rafenstein. Nach dem frühzeitigen Tod seines Sohnes Daniel ging der Besitz der Burg an die Familie von Goldegg über. 1456 ging die Burg auf dem Erbwege an die Weinecker. Ab 1500 hatte die Burg bürgerliche Inhaber: Sigmund Gerstl und Hans Wueff. Sigmund Gerstl ließ die Dächer der Burg mit Ziegeln eindecken. 1599 ging die Burg an die Grafen von Wolkenstein, die sie noch einmal umbauten. Zwischen 1778 und 1797 verließen die Wolkensteiner die Burg und ihr Verfall begann.
Heute harrt die Burg dringend notwendiger Restaurierungsarbeiten, ihr baufälliger Zustand lässt einen Besuch nicht ratsam erscheinen.

 

Schloss Runkelstein» Schloss Runkelstein bei Bozen

Schloss Runkelstein bei Bozen wurde ab 1237 von den Herren von Wangen errichtet. Die Burg ist für das Spätmittelalter bedeutend, weil sich in dieser Burg der größte profane Freskenzyklus des Mittelalters befindet. Diese Fresken sind bedeutende Quellen zur spätmittelalterlichen Bekleidungsgeschichte und Adelskultur. Sie wurden im Auftrag der Vintler, seit 1385 Besitzer der Burg, ausgeführt. Neben Szenen der Jagd und Fischerei finden sich auch die Darstellungen von Spielen und Turnieren. Höfische Literatur, darunter auch Tristan und Isolde, hat sich als Freskomalerei, insbesondere im ab 1390 errichteten Sommerhaus, erhalten.
Die Familie Vintler von Runkelstein gehörte zu den herausragenden Familien im mittelalterlichen Bozen.

 

Schloss Hocheppan» Schloss Hocheppan und Kreideturm bei Missian (Eppan)

Die weithin sichtbare Burg Hocheppan, oberhalb der Ortschaft Missian gelegen, verfügt als besonderes architektonisches Merkmal über einen fünfeckigen Bergfried. Die Gründungszeit der Burg ist unbekannt. Von der ersten Anlage des (frühen?) 12. Jahrhunderts blieben nur wenige Spuren, die anlässlich archäologischer Grabungen teilweise freigelegt wurden. Der beherrschende Bergfried stammt aus einer zweiten Bauphase zu Beginn des 13. Jahrhunderts.
Hocheppan diente im 12. und 13. Jahrhundert als Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft Eppan. Nach dem Aussterben der Grafen von Eppan gegen Ende des 13. Jahrhunderts verlor die Burg jedoch stark an Bedeutung. Zunächst wurde die Burg an die Herren von Taufers vererbt, 1315 wurde sie landesfürstlich. Von den Grafen von Tirol wurde sie an die von Schenna verliehen und ging in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts an die Starkenberger.
Kreideturm Ab 1494 wurde die Burg unter den Fuchs von Fuchsberg noch einmal ausgebaut und erweitert.
Kunsthistorisch bedeutend ist die Burgkapelle von Hocheppan mit einem nahezu vollständig erhaltenen Freskenzyklus aus der Zeit kurz vor 1200. In der Malerei ist ein Einfluss byzantinischer Kunst zu spüren, der vermutlich über Aquileja vermittelt wurde.
Unweit der Burg Hocheppan steht ein schlanker, hoher Viereckturm auf einer Hügelkuppe. Er wird von einer - im Grundriss erkennbaren - rechteckigen Ringmauer umgeben, an welche nördlich ein kleiner Palas angestellt ist. Entstanden ist der Turm um 1200 – sein ursprünglicher Name ist unbekannt. Der heutige Name „Kreideturm“ kommt daher, dass der Turm im Spätmittelalter für Meldefeuer verwendete wurde.

 

Ruine Casatsch» Ruine Casatsch bei Prissian

Die Ruine der Burg Casatsch liegt oberhalb von Nals in der Gemeinde Tisens. Sie wurde Ende des 12. Jahrhundert errichtet und befand sich in Spätmittelalter im Besitz der Familie Botsch. Die kleine Anlage besteht fast nur aus einer Bauphase und ist ein seltenes Besispiel eines romanischen Sitzes von Dienstmannen. Unter der Familie Botsch wurde die Anlage offensichtlich kaum umgebaut.

Literatur: Helmut Stampfer, Ruine Casatsch / Pfeffersburg. ARX, 25.1/2003, 22-24.

 

Schloss Boymont» Schloss Boymont oberhalb Missian (Eppan)

Die meist Schloss Boymont genannte Ruine einer romanischen Burganlage liegt auf einem Felsrücken über der Ortschaft Missian in der Gemeinde Eppan. Der Burghügel war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Dies belegen Funde aus der Eisenzeit unter anderem eine Fibel aus Bronze.

Die Erbauungszeit der Burg liegt zwischen 1220 und 1230. Die zwei Jahrzehnte von 1220 bis 1240 können als die Blütezeit des Tiroler Burgenbaues angesehen werden. Eine große Anzahl von Bauwerken, darunter die Haselburg und Schloss Runkelstein sind damals entstanden.

Boymont wurde wohl in einem Zug in fast rechteckiger Form erbaut. Die Baulinien sind für eine hochmittelalterliche Anlage ungewöhnlich klar und durchkonzipiert. Boymont ist zwar einigermaßen wehrhaft angelegt, diente aber vor allem dem angenehmen Wohnen und weniger der militärischen Kontrolle der Gegend, wie die benachbarte Burg Hocheppan. Der Baubestand der noch sehr umfangreichen Ruine ist bedeutsam für die Burgenkunde, weil sich hier eine große romanische Wohnburg fast ohne spätere Um- und Zubauten erhalten hat. Der mehrgeschossige Palas befindet sich in der südöstlichen Ecke und zeigt schöne Triforien, die in die Ringmauer gebrochen sind. Der Haupturm liegt im Nordosten. Er zeigt eine merkwürdige, sehr große nach Osten gerichtete Rundbogenöffnung, wie sie auch bei der Burgruine Neuhaus und Burg Payrsberg vorhanden ist. Ein weiterer kleinerer Turm liegt im Nordwesten. Die Burgkapelle liegt im ersten Stock über dem Eingang. Die noch erhaltene Apsis ist nach Osten ausgerichtet. Die Lage der Burgkapelle lässt sich mit jener von Schloss Bruck bei Lienz in Osttirol vergleichen.

Erbauer waren vermutlich Angehörige eines Seitenzweiges der Grafen von Eppan. Zwischen 1239 und 1245 erscheint in den Quellen mehrfach ein Heinrich von Boymont, Vasall des Grafen Ulrich von Eppan-Ulten. Die späteren Herren von Boymont spielten insbesondere im 14. Jahrhundert eine wichtige Rolle. Um 1400 befand sich die Burg in den Händen des Ulrich Kässler, der 1413 die reiche Erbtochter Barbara von Boymont geheiratet hatte. Dieser bürgerliche Aufsteiger war ein Günstling des Tiroler Landesfürsten Herzogs Friedrich mit der leeren Tasche (1382-1439). 1425 brannte die Burg, wahrscheinlich aufgrund von Brandstiftung, ab.
Mittlerweile ist die Burgruine konsolidiert und im Innenhof eine Gaststätte untergebracht.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Boymont

 

Ruine Brandis» Ruine Brandis bei Lana

Text folgt ...

 

 

 

Burg Warth» Burg Warth bei St. Pauls (Eppan)

Die kleine, aber gut erhaltene Burg im Warttal bei St. Pauls in Eppan wurde im 13. Jahrhundert errichtet und von den Herren von Wart bewohnt. Sie liegt auf einem von Natur aus wenig geschützen, von Weinbergen bestandenen Hügel. Peter der Warter verkaufte die Burg 1390 zusammen mit dazu gehörenden Grundstücken an Hans von Goldegg, der dann die Burg weiterhin besaß. Die Anlage besteht aus einem Hauptturm, einem Palas und einer Ringmauer. Besonders interessant ist der Bergfreid mit einem ausgemalten spätgotischen Turmzimmer. Im Gegensatz zu der nahegelegenen Altenburg, die bereits im 17. Jahrhundert zur Ruine wurde, hat sich Schloss Wart praktisch unverändert erhalten.

 

Kloster Säben» Kloster Säben oberhalb Klausen

Die Burg Säben oberhalb von Klausen war im frühen Mittelalter ein bedeutender Bischofssitz, der für die Christianisierung unseres Landes entscheidend war. Als der Sitz des Bischofs aber im 10. Jahrhundert von Säben in das neu gegründete Brixen verlegt wurde, wurde Säben zum Sitz eines bischöflichen Hauptmannes. Jahrhundertelang bildete Säben nun mit Klausen und dem Thinnetal die Grenze zwischen dem geistlichen Fürstentum Brixen und der Grafschaft Tirol. Die Hauptmannschaft über Säben und das damit verbundene Gericht Verdings wurde von den Bischöfen an verschiedene lokale Adelsfamilien vergeben. Bischof Johann von Brixen verpfändet 1388 an Joachim von Villanders die Burg Säben mit samt dem Gericht Verdings. Somit geht die Verwaltung des Gerichtes Verdings auf die Hauptleute von Säben über. Säben wurde als Gerichtssitz und fallweise auch als bischöflicher Kerker verwendet. Die ausgedehnte Anlage blieb bis ins 16. Jahrhundert für das Bistum von großer Bedeutung. Da sich die Erhaltung der alten bischöflichen Burg Säben in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts kaum mehr bewerkstelligen ließ, betrieb der Klausner Pfarrer Matthias von Jenner die Gründung einer Klostergemeinschaft. So zogen 1685 aus Salzburg kommende Benediktinerinnen auf dem „Heiligen Berg“ ein. Beim Ausbau des Klosters wurden die älteren Bauteile in den neuen Komplex einbezogen und damit ein gewachsenes Ganzes geschaffen.

 

Ruine Neuhaus» Ruine Neuhaus bei Terlan (Maultasch)

Nordwestlich der Stadt Bozen befindet sich die Burgruine Neuhaus, die im Volksmund auch Maultasch genannt wird. Die Burg war von den Grafen von Tirol an jener Stelle errichtet worden, wo der Weg von der Grafschaft Bozen in die Grafschaft Tirol führte. Unterhalb der Burg musste dieser Weg hart an den Felsen heran und wurde zusätzlich durch eine eigene Zollstation abgesichert. Die ausgedehnte Burganlage auf der Höhe trug von Anbeginn an den Namen Neuhaus. Wo das entsprechende „Alte Haus“ dazu lag ist unbekannt, möglicherweise aber auf die Ruinen der Burg Helfenberg zu beziehen, die nach dem Baubefund in der ersten Hälfte bis Mitte des 12. Jh. entstanden ist. Neuhaus wurde gegen Ende des 12. oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. Niederthor1228 wird die Burg erstmals erwähnt. Zu dieser ersten Phase gehört der imposante Bergfried einer der wuchtigsten im ganzen Land. Er verfügte über vier Geschosse und war geräumig genug um ursprünglich auch Wohnzwecken dienen zu können. Die Burg wurde dann mehrfach in verschiedene Richtungen erweitert, bis sie schließlich zu Beginn des 15. Jahrhunderts ihre größte Ausdehnung erhielt. Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Burg von den Herzögen von Österreich an die Familie von Niedertor verpfändet. Die Niedertor gehörten zum engen Kreis um den Herzog Friedrich mit der leeren Tasche und erhielten daher 1417 die Burg von einem Pfand in ein rechtes Lehen umgewandelt. Die Niedertor besaßen Burg und Gericht bis 1559, danach traten die Trautson an ihre Stelle. Die Burg wurde bis um 1800 bewohnt, 1828 wurde das Ziegeldach des Turmes abgetragen und das Bauwerk dem Verfall preisgegeben.

 

Ruine Caldiff» Ruine Caldiff bei Neumarkt

Caldiff liegt auf einer von der Natur nur wenig geschützten vorspringenden Terrasse und war deshalb nur schwer zu verteidigen. Die im Kern romanische Burganlage bildete gemeinsam mit der Burg Enn bei Montan den Verwaltungsmittelpunkt des alten Gerichts Enn-Caldiff, das schon früh unter die Kontrolle des Tiroler Landesfürsten geraten war.
Im Spätmittelalter war das Gericht und damit auch die Burg Caldiff von der Familie der Herren von Rottenburg verwaltet. Das Gericht umfasste zahlreiche Dörfer und beschehrte den Rottenburgern fette Einnahmen. Als sich Heinrich von Rottenburg auf eine Fehde mit dem Herzog Friedrich IV. (1406-1439) einließ, kam es im Jahre 1410 zur Belagerung der Burg durch die Truppen des Habsburgers.
Herzog Friedrich versuchte in diesem ereignisreichen Sommer und Frühherbst 1410 die Rottenburger zu strafen und zu bekämpfen, weil sie die Herzöge von Bayern zu einem Einfall in das Unterinntal veranlasst hatten. Herzog Friedrich wollte Heinrich von Rottenburg gezielt von seinen Einnahmequellen abschneiden. Ulrich von Matsch und Peter von Spaur führten die aufgebotenen Truppen Herzog Friedrichs mit Belagerungsmaschinen und Büchsen vor die Burg Caldiff. Die Burg wurde von Hans von Weineck im Auftrag Heinrichs von Rottenburg verteidigt.
Anfang August entschlossen sich die Anführer der landesfürstlichen Truppen die Burg stürmen zu lassen. Bevor es jedoch dazu kam bot Hans von Weineck am 10. August 1410 einen Waffenstillstand zu folgenden Bedingungen an: Falls innerhalb von drei Wochen Heinrich von Rottenburg nicht selbst und mit seinem aufgeworfenen Banner die Belagerer vertreibe und die Burg rette, so würde Caldiff dem Landesfürsten kampflos übergeben. Ähnliches wurde für die benachbarte Burg Enn beschlossen.
1411 befanden sich beide Burgen wieder in Besitz des Landesfürsten und Heinrich von Rottenburg war nach einer längeren Haft auf seine Güter in Kaltern entlassen worden und noch im Jahre 1411 verstorben.
Die eindrucksvolle Ruine von Burg Caldiff ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerke im Südtiroler Unterland.