PERSONEN



» Berthold II. Bischof von Brixen

    Oswald von WolkensteinBerthold II. von Bückelsburg war von 1418-1427 Bischof von Brixen. Er stammte, wie zahlreiche Tiroler Persönlichkeiten des Spätmittelalters, ursprünglich aus Schwaben. Geboren ist er in Bückelsburg. Am Hof Herzog Friedrichs IV. von Habsburg, genannt mit der leeren Tasche, bekleidete er die Ämter eines Kaplans, Hof- und Küchenmeisters und wurde auf Empfehlung des Landesfürsten Kanoniker in Trient. 1412 trat er in den Orden der Augustiner Chorherren und in das Kloster von Neustift bei Brixen ein und wurde durch die Unterstützung Herzog Friedrichs bald danach zum Probst des Klosters geweiht. Der Herzog nahm ihn auch in den Kreis seiner Räte auf. Berthold leitete das Kloster Neustift sechs Jahre lang und ließ an der Ostseite des Klosters, neben der St. Viktor-Kapelle ein Krankenhaus für die kränklichen und pflegebedürftigen Klosterbrüder errichten. 1418 wurde Berthold auf Betreiben Herzog Friedrichs Nachfolger des nur kurz regierenden Brixner Bischofs Sebastian Stempfl. Nach Sparber wurde Berthold II. allerdings nicht durch das Brixner Domkapitel gewählt, sondern von dem auf dem Konstanzer Konzil gewählten Papst Martin V. ernannt. Dafür sollte der Bischof dem Papst 3.000 Gulden an Serviten zahlen. Als Berthold aber den Papst um die Ermäßigung des Betrages bat, ließ der Papst die Einnahmen des Bistums feststellen. Sie beliefen sich auf 2.751 Gulden im Jahr. Nach Abzug der Ausgaben des Bistums blieben davon nur 1.539 Gulden übrig. Deshalb erließ der Papst dem Bischof von den verlangten 3.000 Gulden ein Drittel.
    Im Mai 1419 hielt der Bischof in Brixen eine Diözesansynode ab um die Beschlüsse des Konstanzer Konzils umzusetzen. In den Gebirgsgegenden war es damals üblich, dass auch Laien Begräbnisse vornehmen konnten. Dies wurde nun untersagt. Außerdem wurden kirchliche Strafen gegen Wucherer beschlossen.
    Die Verwaltung des Hl. Kreuz-Spitals in Brixen wurde neu geordnet und den Ordenspriestern entzogen und direkt von einem Mitglied des Domkapitels unterstellt.
    1426 löste der Bischof die seit 1388 an Johann von Villanders verpfändeten Gerichte Buchenstein und Thurn an der Gader um 1500 Mark wieder zurück und setzte Pfleger und Hauptleute zur Verwaltung der wieder erworbenen Gebiete ein.
    Anfang September 1427 reiste der Bischof zur Tauf Sigismunds, des Sohnes Herzog Friedrichs IV., nach Innsbruck. Auf der Rückreise erlitt er einen Schlaganfall, dem er bald nach dem 12. September erlag.


» Botsch, Margaret

    Margaret Botsch war in erster Ehe 1375 mit Jakob Fuchs von Fuchsberg verheiratet. Nach dem Tod ihres Gatten ehelichte sie Randold von Brandis. Sie wird am 23. März 1375 urkundlich erwähnt. Aus erster Ehe hatte sie einen Sohn, Cyprian von Fuchsberg, aus zweiter Ehe zwei weitere Söhne, nämlich Christoph und Leo von Brandis. Am 24. November 1387 verfasst sie ihr Testament. Am 2. April 1407 wird sie als verstorben erwähnt.
    Lit.: Archiv Berichte aus Tirol, I, Urkunde 1384; Archiv Berichte aus Tirol, IV, Nachträge, Urkunde 133.


» Botsch, Blasius

    Blasius Botsch stammt aus der vornehmen Familie der Botsch von Bozen. Er war der Sohn von Heinrich Botsch. Seine Mutter hieß Luzia von Zwingenberg. Blasius wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, jedenfalls vor 1390, geboren. Kurz nach 1400 befand er sich im Dienste des Tiroler Landesfürsten Friedrich mit der leeren Tasche. Am 8. August 1410 richtet Blasius Botsch im Auftrag des Herzogs einen Absagebrief an Heinrich von Rottenburg. Damit begann die Belagerung der Laimburg und der Leuchtenburg.
    Blasius Botsch hatte noch drei Brüder, die Hans, Georg und Heinrich hießen.


» Gutmann, Michael

    Bürger von Neumarkt, Gefolgsmann Herzog Friedrichs. Die Neumarkter Bürgerfamilie Gutmann, es sind Johann und Michael nachweisbar, gehörten zu den Gefolgsleuten Herzog Friedrichs und hatten nach 1412 landesfürstliche Lehen im Gericht Enn – Caldiff inne. Anlässlich der neuen Lehensberufung der landesfürstlichen Lehen, verlieh Herzog Friedrich IV., nach der Entmachtung des Heinrich von Rottenburg, dem Michael Gutman Bürger von Neumarkt am 22. März 1411 15 Tagmad Wiese im Gries an der Neumarkter Brücke gegen einen Jahreszins von 6 Pfund Berner, die er an das neue landesfürstliche Kastenamt in der Burg Caldiff zu zahlen hatte, zu Lehen.


» Hohenems, Osanna von

    Adelige, Frau Sigmunds von Starkenberg und Mutter von Wilhelm und Ulrich von Starkenberg. Nach dem Tod Sigmunds Ende 1402 übernahm sie die Vormundschaft ihrer Söhne. Am 15. Jänner 1403 sichert Herzog Leopold IV. in einer Urkunde der Witwe Osanna und ihren Kindern seinen Schutz zu.


» Kässler (Kessler), Ulrich von

    Der wahrscheinlich aus Schwaben stammende Kässler war ein besonderer Günstling Herzog Friedrichs mit der leeren Tasche, der in der Landesverwaltung bürgerliche Beamte gegenüber den Adeligen förderte. Nach dem Tod des letzten männlichen Boymonters 1412 ehelichte er 1413 die Erbtochter Barbara von Boymont. Trotz der Verhaftung Herzog Friedrichs IV. am 7. Mai 1415 in Konstanz hielt Ulrich Kässler seinem Herren die Treue. Ob er sich im März 1416 eigens nach Konstanz begab oder sich bereits seit längerem dort befand ist unklar.
    Jedenfalls stand er Herzog Friedrich bei seiner Flucht aus Konstanz am 28. März 1416 bei und begleitete ihn zusammen mit Konrad Säldenrich nach Tirol.


» Wehrberger von Werberg, Hans

    verheiratet mit Ursula von Arz, wohnhaft auf der Wehrburg bei Tisens, erwähnt in einer Urkunde am 24. Mai 1402 wegen eines Streites mit seinem Schwager. Ab ca. 1390 Verwalter der Güter des Kuntersweges für die Herren von Niedertor. Hans von Wehrberg starb 1420.
    Lit.: Archiv Berichte aus Tirol, IV, Nachträge, Urkunde 471.


» Wolkenstein, Oswald von

    Oswald von WolkensteinGeboren um 1377 vermutlich auf Burg Schöneck im Pustertal/Südtirol; gestorben am 2. August 1445 in Meran; Er war ein Sänger, Dichter und Komponist, sowie ein Politiker von mehr als nur regionaler Bedeutung. Sein Leben und Wirken kann als beispielhaft für einen Ritter des beginnenden Spätmittelalters angesehen werden. Er war Diplomat in Diensten des deutschen Kaisers Sigismund I.